london-02Es gibt Städte auf dieser Welt, die man als Kulturhauptstädte bezeichnen könnte. Künstler, Schriftsteller, Dichter und andere kreative Köpfe fühlen sich von dem Leben dieser Städte inspiriert und ihre Werke haben wiederum diese bekannt gemacht. Städte, die kulturell viel zu bieten haben, sind auch immer ein Besuchermagnet, da sie vielseitig, interessant und abwechslungsreich sind.

Es ist wahrscheinlich nicht überraschend, dass London zu diesen Städten gehört. Schriftsteller von Charles Dickens bis John Betjeman haben diese Stadt quasi unsterblich werden lassen. Das Charles-Dickens-Museum, welches sich in seinem ehemaligen Wohnhaus in Bloomsbury befindet, ist immer einen Besuch wert. Marylebone kann man zum Mekka seines Krimi-Ausflugs machen. Dort findet man das fiktive Haus von Sherlock Holmes in der 221B Baker Street mit einem Museum gleich um die Ecke. Beim Regent’s Park wurde Wilkie Collins dazu inspiriert das Buch The Woman in White (Die weiße Frau) zu schreiben, nachdem er dort eine schreiende Frau auf einem Balkon gesehen hatte. London lädt zudem dazu ein, wie die großen Künstler in einem der Ost-Londoner Pubs (Kneipen) einzukehren. Hier sang beispielsweise Dickens für sein Abendbrot in The Grapes. Es lohnt sich also bei einem Londonbesuch einige literarische Werke mit in die Heimat zu nehmen, denn Lesen hilft auch beim Festigen und Verbessern der Englischkenntnisse. In dieser Form wird die Städtereise zusätzlich zu einer London Sprachreise.

Ähnlich zu London ist es auch in Buenos Aires einfach, sich von dessen literarischen Atmosphäre anstecken zu lassen. In den eleganten Cafés der Stadt, wo die besten Schriftsteller einst Ihre Zeit vertrieben und arbeiteten, findet man sie auch heute noch. Die Kaffeehäuser San Telmo und Palermo sind ideal für das Schlürfen eines Espressos mit der künstlerischen Szene. Das glamouröse Café Tortoni im Stadtzentrum wurde früher häufiger von dem berühmten argentinischen Autor Jorge Luis Borges besucht. Die literarische Tour durch die Stadt kann man in Parlermo’s Garten der Dichter beenden, in welchem man die Büsten von Borges bis Dante bewundern kann. Auch während eines Besuchs von Buenos Aires oder Argentinien kann man seine Sprachkenntnisse neben der alltäglichen Anwendung der spanischen Sprache durch das Lesen von spanischen Romanen unterstützen.

Mumbai, die Hauptstadt des Bollywood, hat neben der Filmindustrie auch eine sprudelnde kulturelle Szene mit starken literarischen Traditionen und innovativer Kunst. Die Liebesaffaire dieser Stadt mit der Literatur lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückdatieren. Im Jahr 1804 gründete der Historiker James Mackintosh die Bombay-Literaturgesellschaft, welche sich nun im neoklassizistischen Rathaus befindet. Bekannte Schriftsteller sind beispielsweise Salman Rushdie, sein Roman Midnight’s Children (Mitternachtskinder) spielt zum Teil in Mumbai. Seit Indiens Unabhängigkeit hat Mumbai die wichtigsten Kunstbewegungen des Landes gefördert. Es lohnt sich die Galerien des Fort- und Colaba-Distrikts einen Besuch abzustatten, welche die berühmtesten Künstler Indiens ausstellen.

Ähnlich wie Mumbai gibt es auch in Kubas Hauptstadt ohne das ganze Drum und Dran große literarische Attraktionen. Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway hat in seinem späteren Leben hauptsächlich in Havanna gelebt. Sein damaliges Wohnhaus ist inzwischen ein Museum, das selbst seine Ginflaschen ausgestellt hat. Man kann den Gepflogenheiten des Autors folgen und das La Bodequita del Medio besuchen, wo er damals seine Mojitos trank. Graham Green besuchte Havanna sowohl vor als auch nach Castro’s Übernahme. Sein Thriller Our Man in Havanna (Unser Mann in Havanna) basiert auf den Erfahrungen, die er in dieser Zeit dort gemacht hat.

Weitere literarische Städte sind San Francisco, Prag, Edinburgh, Mexiko Stadt, St Peterberg, Valparaíso und noch viele mehr. Bei einem Besuch dieser Städte sollte man nicht verpassen, neben den klassischen Sehenswürdigkeiten ihre kulturellen Leckerbissen zu genießen.